HILAX: Arbeitsschwerpunkt und Spendenobjekt!

HilaxDie HILAX ist aktuell ein Arbeitsschwerpunkt im Verein. Sie ist auch Mittelpunkt unserer aktuellen Spendenaktion.

Zur Geschichte der Lok
Spendenaktion
Berichte zum Stand der Arbeiten


Zur Geschichte der Lok

  Seit 1998 kann in unserem Museum „Anlage Mitte“ die Dampflok Hilax besichtigt werden. Dieser Typ stellt die moderne Baulokomotive der späten 30er Jahre dar und wurde in 190 Exemplaren für den Einsatz auf Großbaustellen gebaut.
Eine davon fuhr in den 50er Jahren im Tagebaubetrieb „Trebendorfer Felder“, heute Halbendorfer See. Weltweit sind heute nur noch 8 Lokomotiven dieses Typs erhalten.
  Unsere Lok wurde 1938 bei der Firma Jung (Jungenthal) unter der Fabriknummer 8293 gebaut. Bis 1972 fuhr sie auf der Werkbahn des Steinbruchs der C.Halbach KG in Bernbruch/Kamenz und war ab 1976 bei der Parkeisenbahn Gera abgestellt.
Bisheriger Status: nicht betriebsfähige Ausstellungslok.
Hilax   Unser Verein hat beschlossen, die Hilax nach mehr als 40 Jahren Abstellzeit wieder zum „Leben“ zu erwecken. Wir beginnen ab April 2017 mit der schrittweisen Komplettierung der Lok. Das langfristige Ziel besteht in der Herstellung der Betriebsfähigkeit der Hilax.

Spendenaktion

Eine solche Instandsetzung bedarf neben dem Engagement der Vereinsmitglieder auch den Einsatz von finanziellen Mitteln. Der Verein bittet deshalb alle Dampflokfreunde sich an der Spendenaktion zu beteiligen.
Spendenkonto:
IBAN: DE 40 8505 0100 0070 0179 64
BIC: WELADED1GRL
Verwendungszweck „Spende Hilax“

Berichte zum Stand der Arbeiten

Bericht zum Stand der Arbeiten im Sommer 2018:

Nach rund einem Jahr Bauzeit konnte ich gestern die neuen Puffer für die Hilax an die Lok bauen. Trotz gegenteiliger Prognose hat das Wetter doch noch gut mitgespielt und die Arbeiten verliefen ohne weitere Probleme. Damit ist die Lok nach ziemlich genau 40 Jahren wieder komplett, wenn man mal von der derzeit wegen Aufarbeitung ausgebauter Bremse absieht.
Gekuppelt wird nun ausschließlich mit den fest an den Zughaken angebauten dreigliedrigen Kuppelketten, die extra angefertigt wurden, um das Kupplungsspiel so kurz wie möglich zu halten und dennoch alle Fahrzeuge kuppeln zu können. Die Rangierfahrten mit den neuen Kupplungen verliefen erfolgreich, nun müssen die Formalitäten der Abnahme der Teile noch geklärt werden.

Die bereits begonnene Aufarbeitung der Bremse wird nun in den nächsten Wochen fortgesetzt. Die stark eingelaufene Bremswelle ist bereits aufgeschweißt und deren Hebel ebenso. Daniel besuchte mich dazu in Dresden und begutachtete die Schweißarbeiten. Die weitere mechanisch Bearbeitung erfolgt nun im Anschluss. Material für neue Bolzen und Buchsen wurde beschafft, ebenso Werkzeug für das
Schneiden der zölligen Gewinde. Letzteres wurde dankenswerterweise von der Lokwerkstatt Zamberk gesponsert.

Weiterhin wurde eine beschädigte Stiftschraube am Dom neu angefertigt und ebenso wie die nun aufgearbeitete zweite Waschluke eingebaut. Der Großteil der Arbeiten erfolgte wiederum in meiner eigenen Werkstatt in Dresden.
Anbei eine Reihe von Bildern der Arbeiten. Weitere Spenden für die Lok sind eingegangen, danke an alle Unterstützer und Spender.

Mit dem Anbau der neuen Puffer sind nun die bisher verwendeten Puffer auf Basis von SKL-Kupplungen übrig und können einer neuen Verwendung zugeführt werden. Im Gespräch war vor längerem die Verwendung der Puffer für den Anbau an einen der „Polenwagen“, da diese bis heute keine Kupplung besitzen und somit auch nicht ohne weiteres rangierfähig sind.

Sven Schlenkrich

Bericht zum Stand der Arbeiten im Herbst 2018:

Hallo zusammen, nachfolgend nun ein kurzer Abriss über den Projektfortschritt der vergangenen Monate:
Im Mai wurde die Aufarbeitung der stark verschlissenen Bremskomponenten im Rahmen einer Bremsrevision Br3 fortgesetzt. Zusammen mit Daniel wurden bereits zuvor die notwendigen Arbeiten festgelegt. Mitte Juni konnten die Arbeiten abgeschlossen und die Bremseanlage eingebaut werden.

Am 01.07. wurde die Lok im Rahmen des Park- und Theaterfestes Via Thea im Bahnhof Bad Muskau ausgestellt, um für Bahn und Projekt zu werben. In Vorbereitung dazu wurde eine Lauffähigkeitsuntersuchung durchgeführt. Im Verlaufe des Monats Juli wurden diverse Arbeiten am Fahrwerk durchgeführt, wie das Beseitigen von übermäßigen Spielen und dem Entfernen von Walzgrat an den Laufflächen der Heizerseite. Zudem wurden die Reinigungsschrauben für den Kessel an den Gewinden nachgedreht bzw. neu gefertigt und die Gewinde der Reinigungslöcher im Kessel nachgeschnitten. Die notwendigen Spezial-Gewindebohrer stellte dankenswerterweise die Lokwerkstatt in Zamberk zur Verfügung.

Diese Arbeiten dauerten bis in den August hinein. Anschließend erfolgte die Neufertigung des durch einen alten Frostschaden beschädigten Bläserventilseinsatzes samt Spindel. Das Ventil wurde Anfang September eingebaut, gefolgt von Arbeiten an der Lokausrüstung wie die Reparatur zweier Ölkannen, die Anfertigung eines Füllstutzens zum Kesselbefüllen und der Anfertigung einer Schlackeschaufel.

Am 22.Oktober fand dann in Weißwasser die erste Wasserdruckprüfung am Kessel der Lok seit 44 Jahren statt. Ziel war es ein besseres Bild über den Zustand des Kessels insbesondere über Undichtigkeiten an Stemmkanten, Nietverbindungen, Rohren und Stehbolzen zu erlangen um die weiteren Arbeiten vorbereiten zu können. Zum Einsatz kam dabei die Handpumpe aus Krauschwitz. Der Kessel selbst hielt dem Prüfdruck von 17,2bar stand zeigte im Ergebnis der Untersuchung außer geringen Undichtigkeiten an 2 Rohren und einem Stehbolzengewinde, die nachgestemmt werden können, keine Formänderungen oder Schäden wie abgerissene Stehbolzen und Verankerungen. Die zu Tage getretenen Undichtigkeiten an den Armaturen wurden niedergeschrieben und werden in den kommenden Monaten behoben.
Als erstes wurde nun mit der Aufarbeitung der Kesselsicherheitsventile begonnen, deren Innenleben nach der Zerlegung starke Korrosionsspuren aufweist und größtenteils erneuert werden muss.

Auf organisatorischer Seite wurde ein Fördermittelantrag für das Denkmalschutz-Sonderprogramm 2019 gestellt und weitere noch fehlende Konstruktionszeichnungen vom Frankfurter Feldbahnmusem beschafft. Die Gebrüder Benner aus Frankfurt stellen weiterhin eine originale Woerner-Schmierpumpe im Tausch gegen eine Krause-Schmierpumpe zur Verfügung, wie sie aktuell auf der Lok verbaut ist, und übergaben einige bislang unbekannte Fotos von 1973.
Dazu kommt die Berichterstattung über das Projekt in verschiedenen Internet-Foren, die bislang mehr als 171.000 Aufrufe verzeichneten. Seit Mai wird auch auf einer extra Facebook-Seite über das Projekt berichtet. Ein Flyer ist ebenfalls in Vorbereitung.
An dieser Stelle möchte ich mich für die vielfältige Unterstützung der Arbeiten bedanken, insbesondere bei Olaf, Daniel, Carsten, Felix, Matthias und Richard, sowie dem Team aus Zamberk.
Die Lok feiert in wenigen Tagen übrigens ihren 80. Geburtstag, am 19.11.1938 wurde sie an die Carl Halbach AG in Bernbruch geliefert.
Gruß Sven

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