Vision 2012 – Projekt zur Umverlegung der “Tonbahn”

Vision 2012Die Waldeisenbahn Muskau hat die “Vision 2012″:
Die für den Tagebau Nochten teilweise zum Überbaggern vorgesehene Strecke nach Mühlrose soll eine neue Trassenführung zum Schweren Berg erhalten.


 

Mit der WEM zum Aussichtsturm am “Schweren Berg”

Die Waldeisenbahn Muskau (WEM) befährt die Strecken von Weißwasser-Teichstraße nach Bad Muskau und nach Kromlau in der Saison jährlich von Ostern bis in den Herbst im fahrplanmäßigen Betrieb. Außerhalb der Wochenenden und der Saison besteht jederzeit die Möglichkeit, Sonderfahrten auf beiden Strecken zu buchen.

Die dritte Strecke der WEM, die sogenannte Tonbahn vom Abzweig Kromlau zur Wagenübergabestelle Mühlrose, ist die letzte original erhaltene Strecke der Waldeisenbahn und wurde bis ins Jahr 2013 im Sonderfahrbetrieb genutzt. Aktuell findet auf der Tonbahn lediglich Arbeitszugverkehr statt.

Durch den Tagebau Nochten des Bergbauunternehmens Vattenfall Europe Mining AG (VE-M) wird das letzte Teilstück der Tonbahn bis zur Wagenübergabestelle Mühlrose in den Jahren 2014/15 für die Braunkohlegewinnung überbaggert.

Der Verein Waldeisenbahn Muskau e.V. musste sich diesem Fakt stellen und fasste bereits im Jahr 2006 den Entschluss, um den Erhalt der Tonbahn Mühlrose zu kämpfen und die Umverlegung des zu überbaggernden Streckenteils in Richtung des Aussichtsturmes am Schweren Berg zu favorisieren.

Bis zum heutigen Zeitpunkt aktivierten die Waldeisenbahner vielfältigste Möglichkeiten, diese Idee umzusetzen. Mit der Gründung der Arbeitsgruppe „Waldeisenbahn Muskau Vision 2012“ durch den Landrat Herrn Lange fanden sich regelmäßig die Mitglieder des Landkreises Görlitz, der Stadt Weißwasser, der Gemeinde Trebendorf, der VE-M und der WEM zur zielstrebigen Vorbereitung der „WEM Vision 2012“ zusammen. Höhen und Tiefen, Absagen und Unterstützung kennzeichneten den Weg bis zum 14.07.2011.

An diesem Tage trafen sich VE-M, Landkreis Görlitz, Stadt Weißwasser und WEM am Abzweig Kromlau und unterzeichneten gemeinsam die Vereinbarung zur Verlegung der Ersatzstrecke bis zum Schweren Berg. VE-M übernimmt dabei die Planung und Realisierung der WEM-Strecke zum Schweren Berg. Dafür wird die Trasse eines im Jahr 2015 stattfindenden Baggertransportes genutzt, die neue WEM-Strecke bis 2016/17 fertig gestellt und dem Betrieb übergeben.

Am 14.07.2011 wurden neben der Unterzeichnung der Vereinbarung von den Beteiligten auch der Wunsch und die Zuversicht geäußert, den Geopark Muskauer Faltenbogen, den historischen Altbergbau um Weißwasser, den aktiven Tagebaubetrieb Nochten und die Rekultivierung – den zukünftigen Hermannsdorfer See einschließlich Radwegenetz – mit der Waldeisenbahn touristisch zu verbinden und den Standort “Schwerer Berg” weiter zu profilieren.

Für die Umverlegung der Tonbahn zum „Turm am Schweren Berg“ liegen alle für den Bau erforderlichen Genehmigungen vor. Nach der erfolgreichen und öffentlichkeitswirksamen Durchführung des Großgerätetransportes SRs 2000/1571 im August 2015 über die geplante Bahntrasse der Tonbahn erfolgten die letzten planerischen Anpassungen des Projektes.

So konnte am 29.10.2015 vor Ort der erste gemeinsame Spatenstich für die Umverlegung der denkmalgeschützten Tonbahn erfolgen, den die Partner der Vereinbarung vom 14.07.2011 mit ihren Statements in würdiger Form untermauerten. Diesen symbolträchtigen Platz nutzen die bauausführenden Firmen als “ARGE WEM 2015″ mittlerweile für ihre Baustelleneinrichtung.

Der aktuelle Stand Februar 2016 zeigt die Trasse der umzuverlegenden Tonbahn bereits in anschaulicher Form, ab dem Ausbindepunkt in Dammlage und Anpassung der Trasse an das Gelände. Der Transport der wiederverwendungsfähigen Schienen vom Tagebau Cottbus-Nord ist fast abgeschlossen. Der Bauablauf des Vorhabens liegt derzeitig im Plan, so dass mit der baulichen Fertigstellung im Jahre 2016 zu rechnen ist.


  PDF Übersichtskarte als PDF zum Downloaden

Blick vom Aussichtsturm am Schweren Berg auf den Tagebau NochtenEin Sonderzug ist auf der Tonbahn unterwegsUnterzeichnung der Vereinbarung zur Verlegung der Ersatzstrecke

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